HEIMAT- UND GESCHICHTSVEREIN FINTHEN e.V.

Ein Wappen ist ein schildförmiges Zeichen, welches im Falle eines Ortswappens als Hoheitszeichen für die Gemeinde steht. Die Gestaltung eines Wappens basiert auf den Vorgaben der Heraldik (Wappenkunde), die wiederum ihre Wurzeln im Mittelalter hat.

Damals führten Ritter ihr Familienwappen als weithin erkennbares Zeichen im Schilde mit sich (hieraus resulitiert auch die Redensart, etwas im Schild zu führen). Das auf den Schild aufgemalte Hoheitszeichen der Familie, bildete somit die Grundlage für das gezeichnete Wappen. Später wurden Wappen auch als Hoheitszeichen von Staaten und Städten genutzt.

Mit der Eingemeindung Finthens in die Stadt Mainz endete die Existenz Finthens als selbsständige Gemeinde, das Wappen als Hoheitskennzeichen wurde überflüssig. Im  Eingemeindungsvertrag wurde jedoch festgelegt, dass auch der Ortsteil Mainz-Finthen aus Traditionsgründen weiterhin das Wappen führen darf.

Beschreibung: In einem rot-weiß geteilten Schild ein Hufeisen in verwechselnden Farben. 

Geschichte und Bedeutung: Erstmals taucht das Wappen in einem auf Papier geprägten Gerichtssiegel von 1756 auf. Dort ist ein Hufeisen in der damaligen Form zu sehen, die Prägung ist monochrom.

Weshalb Finthen ein Hufeisen als Hohheitskennzeichen führt, ist unklar und kann nur interpretiert werden. Das Hufeisen dürfte im Falle des Finther Wappens als allgemeines, landwirtschaftliches Symbol zu sehen sein und als Synonym für das Pferd, dem wichtigsten Arbeitstier der Bauern stehen. In anderen Gemeindewappen weist das Hufeisen direkt auf die dort bestehende Pferdezucht, auf einen Schmied oder aber auf die Eisengewinnung hin. In Finthen kann ein solch konkreter Bezug nicht hergestellt werden. Die Frage, weshalb Finthen ein Hufeisen im Wappen führt kann somit nicht eindeutig beantwortet werden.

Das heutige Wappen stammt aus dem Jahr 1965 und ging aus einer Wappenreform hervor. Bis 1965 führte die Gemeinde Finthen ein silbernes Hufeisen auf rotem Grund. Die Farben des Wappens scheinen von den Mainzer Farben und den Farben des Domkapitels, nämlich weiß (silbern) und rot, beeinflusst zu sein. Damit weisen sie auf die enge geschichtliche Verbundenheit, bzw. die ehemalige Ortsherrschaft  des Domkapitels hin. 

Ingo Schlösser