Kloster Eberbach - Ein Ausflug

Kloster Eberbach Torbau

Vereinsfahrt „Kloster Eberbach“ 21.05.2011

bk - Das Kloster Eberbach besaß bis zur Säkularisation 1802 weit über die Grenzen des Rheingaus hinaus bedeutende Besitztümer, so auch in Finthen. Deshalb lud der Heimat- und Geschichtsverein Finthen zu einer Besichtigung mit Führung des Klosters nach Kiedrich/Rheingau ein.

Eine Gruppe von 28 Interessierten traf sich am 21.05.2011 pünktlich am Bürgerhaus zur Abfahrt. Der Vereinsvorsitzende Benno Kraft begrüßte die Reisegruppe, und übergab dann das Wort an Birgit Schlösser, die kurz über die Verbindung zwischen Finthen und dem Kloster Eberbach referierte.

Im Kloster angekommen war der Sammelpunkt am Eingang, bis unsere Führerin Uns unter ihre Fittiche nahm. Eine kurze Einleitung wie es zur Gründung des Klosters Eberbach kam, über verschiedene Stufen der Klosterentwicklung bis zur Säkularisierung Anfang des 19. Jahrhunderts, und der weiteren Verwendung des Klosteranwesens bis zum heutigen Tag, Anekdoten über Plünderungen rundeten das ganze ab.
Danach ging es zum eigentlichen Rundgang durch die Räumlichkeiten. Bauabschnitte, Besonderheiten in der Raumgestaltung, Architektur- und Kunstepochen wechseln ab. Romanische und Gotische Elemente, Schlichtheit und spätere Fresken gaben uns ein Bild der Entwicklung der Gebäude aber auch wie sich das klösterliche Leben entwickelte. Ora et Labora am Anfang, feudale Lebenszüge am Ende des 18. Jahrhunderts beim Abt. Prunk, bedeutende Bibliotheken, Barocker Garten – unvorstellbar für die Klostergründer.

Kloster Eberbach Gruppe

Mönche aus reichem adeligem Hause, ausgestattet mit reichlichen Geldmitteln zog das Kloster an. Laienbrüder waren „Mönche zweiter Klasse“, diese rekrutierten sich aus den unteren Sozialen Schichten. Diese wurde sowohl der Aufstieg, wie auch das erlernen von Lesen und Schreiben untersagt. Dafür durften diese den Hauptanteil der körperlichen Arbeit erledigen. Dies führte mehrfach zu Unruhen in der Klosteranlage.

Kloster Eberbach war ein bedeutender Wirtschaftsfaktor vom Rheingau bis in den Mittelrhein. Riesige Weinbergsflächen und andere verpachtete Landwirtschaftliche Flächen waren der Grundstein für ein reiches Kloster. Die „Qualitätsoffensive“ – so würde das heutzutage bezeichnet – beeinflusste den Weinanbau nicht nur im Rheingau, sondern war wegweisend und der damaligen Zeit weit voraus. Weinvermarktung und Export über den Rhein, mit eigenem „Kontor“ in Köln, und Zollfreiheit sicherte den Mönchen erhebliche wirtschaftliche Vorteile. Beeindruckend waren die riesigen Kelterpressen !

Kloster Eberbach DormitoriumAn verschiedenen Stationen unseres Weges stießen wir immer wieder mal auf Räume oder „Relikte“ aus jüngerer Zeit. Natürlich geht es hier um dien Drehort für den Film „Im Namen der Rose“ nach dem Roman von Umberto Eco. Aber auch die heutige Nutzungen der Anlage im Rahmen des Rheingauer Musikfestivals, privater Veranstaltungen, oder beispielsweise der Hessischen Regierung, wurde angesprochen. Die Kosten der Unterhal tung und Sanierung sind immens, aber es ist gut angelegtes Geld. Wir bedanken uns hier ausdrücklich für die anderthalb stündige hervorragende Führung.

Gegen 17h wurde die Fahrt zum zweiten Teil des Ausfluges angetreten. Das „Weingut Rieslingscheune“ in Eltville erwartete uns schon. Ein schön gestaltetes Ambiente rundete den Tag ab. Gutes Essen, schöne Weine führten zu einem ansteigenden Lärmpegel. Diese Lokalität können wir gerne weiterempfehlen. Gegen 20h hieß es dann Abschied nehmen – das Busunternehmen „Karl Lehr“ Hat unseren Ausflug, in bewährter Manier bestens durchgeführt. Sicher und problemlos erreichten wir wieder unsere Heimatgemeinde.

Unser Besonderer Dank für Organisation und Durchführung geht an Frau Marianne Theisen.

 

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