HEIMAT- UND GESCHICHTSVEREIN FINTHEN e.V.

Januar 1951

Das Neujahrskonzert der Radfahrer in der Krone bringt in Teil 1 Musik; in Teil 2 wird „Der wahre Jakob“ „gespielt. Die Hauptrolle Alois Schmitt fällt aus wegen Todesfall in der Familie. Engelbert Simon springt ein und lernt – wie man erzählt – in drei Tagen seinen kompletten Hauptrollentext.

Auch der Touristenclub spielt wieder und zwar am 21. Januar in der Krone nach seinem Konzert (Saalöffnung 14 Uhr) den Schwank in drei Akten „Stöpsel“ (Eintritt 1,20 Mark), dem um 20 Uhr 11 der Maskenball folgt (Eintritt 1,20). Die Weinpreise liegen bei 0,60 DM für den einfachen („Finther Ebchen“) und 0,80 für den guten Wein. Am Samstag vorher kann die Generalprobe des Schwanks für 0,30 Mark besichtigt werden.

Noch immer stellt die Gemeinde für Brennstoffsammler Leseholzkarten zu 1 Mark aus. Auch die Ausgabe von Treibstoffmarken für berufstätige und landwirtschaftliche Fahrzeughalter zeigt, dass noch Mangelwirtschaft herrscht.

 

Februar 1951

Am Fastnachtssamstag 14 Uhr 11 findet durch Karl Ries die Rekrutenvereidigung in der Bahnhofstraße statt. Danach Sitzung, dabei Ernst Neger.

Am Sonntag zieht wieder der erste Fastnachtszug nach dem Krieg durch die Finther Gassen, angeführt von Ludwig Hochhaus („Tollität Prinz Strohhüls zu Mühlen und Bulldog“). Als erster und einziger Verein sind die Finther Radfahrer dabei, der Rest besteht aus privaten Einzelgruppen und geschmückten Fahrzeugen.

In der Mainzer Straße (Kurmainzstraße) wird das erste Telefonhäuschen der Gemeinde in Betrieb gesetzt.

Bürgermeister Hach weist in den Amtlichen Bekanntmachungen daraufhin, dass die Unterbringung von Flüchtlingen nun „angespannte Formen“ angenommen habe. Es dürfe daher auf keinen Fall Wohnraum durch Zweckentfremdung verloren gehen. Eine solche liegt vor, wenn Wohnräume in Werkstätten, Dienst oder Lagerräume umgewandelt würden. Außerdem schreibe Artikel VII des Wohngesetztes vor, dass die Umwandlung von Wohnräumen in Badezimmer (!!) untersagt sei.

Der Gemeinderat diskutiert, den alten Friedhof in eine Anlage umzuwandeln. Dort stünden zwar „zwischen verwahrlosten Gräbern einige Bänke“, es sei aber noch viel zu tun, um das eine Anlage zu nennen. Es bleibt bei den Plänen, denn das Geld fehlt. Das nachrichtenblatt weist neidisch auf das reiche, städtische Gonsenheim hin, wo es an der 14 Nothelferkapelle und der Breiten Straße bereits solche Anlagen gibt.

Die neuen Steuern der Bundesrepublik zieren die amtlichen Bekanntmachungen: Hundesteuer für das Halten von Hunden (bei jedem Besitzerwechsel neu) und die neue Mineralölsteuer. Die neue „Sonderumsatzsteuer für Süßwaren“ wird vom Nachrichtenblatt als „unsinnig und unsozial“ bezeichnet. „Eine Welle der Entrüstung geht durch das ganze Land“.

Das Sägewerk Adam Mayer begeht 50jähriges Jubiläum.

Der neu gewählte SPD Vorstand: 1. Vorsitz Ludwig Heeb, 2. Vorsitzender Jakob Silz, Kassierer: Georg Silz, 2. Josef Beitz, Schriftführer: Franz Mahr, 2. Eichinger, Beisitzer; Scherf, Pfeuffer, Beaury,

Das Nachrichtenblatt berichtet über die Finther „Reilchen“: Da ist das Reilchen, das von der Turnerstraße entlang des Turnplatzes an die Prunkgasse führt (vorbei an der „Bell“ der großen Pappel am Bach) und das Reilchen von der Borngasse in die Budenheimer Straße (heute der Kirchborn). Das Nachrichtenblatt schreibt: „Diese Reilchen werden nicht nur in den Abendstunden von den Pärchen benutzt, sondern täglich gehen auf ihnen hunderte von Personen, die eilig zur Straßenbahn wollen…. Doch wie sieht es mit der Romantik aus? Neben einem holperigen, stellenweise beängstigend schmalen Weg fließt trübe der durch viele Abwässer genährte Bach.“ Der Verfasser kann das bestätigen – im Bach tummelten sich dicke Ratten, und wenn ein Metzger schlachtet, floss das Blut rot den Bach hinunter. Am Kirchborn (Gelände der heutigen Schreinerei, gab es kleine Tümpel in denen man nach der Schule Molche fangen konnte, was aber dank verschmutzter Schuhe und Hosen nicht verborgen blieb, und manchmal zu häuslichen Sanktionen führte.

Die Finther stehen mit Wägelchen und Säcken Schlange vor der Kohlehandlung Pfeifer in der Prunkgasse, um ihren Hausbrand zu holen, zugeteilt durch Bezugsschein.

Im Jungenfeldschen Garten findet die erste große Box-Veranstaltung der Finther Abteilung des Boxclubs „Neuhaus“ Ingelheim statt. Der Finther Lokalmatador Friedel Hornberger boxt für die neue Finther Boxsportabteilung gegen Hinz und auch der Finther Eisinger tritt an. „Friedel Hornberger, der Liebling der Finther Jugend, schlug seinen Gegner Hinz aus Guntersblum schon nach wenigen Minuten k.o. und sicherte sich so einen Platz in der Rheinhessenstaffel“.

 

März 1951

In Finthen gibt es noch 21 Lokale, 6 in der Mainzer Straße und fünf in der Bahnhofstraße. Das Nachrichtenball will diese nach und nach besuchen und berichten.

Erster Besuch: Krone. Wie lange sie besteht, wisse man nicht. (der HGV schon – siehe unser Sonderheft „Finther Saalbauten“) „Die Ringe an der Vorderfront erinnern noch daran, dass hier Fuhrleute ihre Pferde anbanden. 1922 erwarb die Familie Hanselmann die Krone von Jean Baptist Becker, der den alten Saal erbaut hatte. 1929 baute man den zweiten Saal, damit ist die Krone der größte Saalbau Rheinhessens. In den zwanziger Jahren machte hier der eiserne Gustav Station auf seiner Tour durch Europa. Spezialität sind Spargelgerichte und junge Hahnen. Diese werden nicht im Grill zubereitet sondern in der Eisenpfanne. Das Haus hat acht Betten zur Übernachtung. Das Lokal ist weit über Finthen hinaus bekannt.“

Der Jungenfeldsche Garten, Kneipenbesuch Nr.2: (auch hier siehe Sonderheft „Saalbauten in Finthen“)

„1889 wird das Gelände von „Schuler Philipp“ (Philipp Friedrich Veit, Vater von Prof. Ludwig Andreas Veit) von der Gemeinde erworben. Er baut 1892 gegenüber seinem Wohnhaus (Jungenfeldstraße) eine Wirtschaft einem Tanzsaal für 700 Personen. Neben dem Lokal gibt es eine Veranda mit einer offenen Kegelbahn. Von 1902 bis 1908 ist das Lokal in Händen von Jakob Bieroth, dann folgt Jakob Franz Müller („Janob“). 1929 übernimmt Albert Müller das Lokal“. Vor dem Haus befindet sich bis zum Bau des Bürgerhauses der Kerbeplatz

Auf dem gemeindeeigenen Gelände an der Ecke Budenheimer Straße– Feldbergstraße (Waldthausenstraße- Wilhelm Busch Straße) werden zwei Wohnblöcke mit 15 Wohneinheiten gebaut, ein drittes Haus mit 6 Wohnungen soll folgen. Gesamtkosten 150 000 Mark, 30 000 Mark muss die Gemeinde, aufbringen, die die Mieter bestimmen darf. Der Rest kommt aus Landesmitteln. Die Miete für eine Dreizimmerwohnung beträgt 37 bzw. 39 Mark. Bauherr ist die „Heimstätte GmbH“ Neustadt, Nebenstelle Mainz.

Kneipenbesuch 3: Turnerheim („Bewelches“)

Gegründet 1860, seitdem im Besitz der Familie Schmitt, 1950 ist der Wirt Philipp Sebastian Schmitt. 1872 war das Lokal Gründungslokal des Turnvereins, der es auch 1950 noch als Vereinsheim nutzt und im Saal turnt, der 1929 angebaut wurde. Vorher war dort eine Kegelbahn.

Steins Traube

Das Haus wird nach Nachrichtenblatt 1894 von Georg Schmitt gekauft und als Lokal eingerichtet. Pächter ist von 1894 – 1898 Philipp Schäfer, dann bis 1905 Thomas Pfeifer. Adam Stein, kauft das Haus 1926 mit dem Nachbarhaus, in dem das Sälchen eingerichtet wird. Das Lokal ist Stammlokal des Reitervereins.

 

April 1951

Gasthaus Zum Schwanen

Das erste Gasthaus dieses Namens war Ecke Mainzer Straße – Pechhütte (Draisberg)

Das zweite Haus entstand ab 1923 nebenan im Haus Adolf Becker, incl. Brennerei und Obsthandlung. Von 1942 an war das Lokal geschlossen, es wurde 1947 renoviert und 1950 umgebaut mit Hotelbetrieb (6 Zimmer).

58 ABC Schützen werden in die Finther Volksschule eingeschult.

Das Fußball Lokalderby Finthen Gonsenheim (schon immer ein Derby mit viel Sprengstoff) bricht der Schiedsrichter in der zweiten Halbzeit bei Führung der Finther ab. Die Gonsenheimer Spieler „haben den Schiedsrichter mehrfach heftig beleidigt.“ Das Spiel wird als 2:0 Sieg für Finthen gewertet.

Im zweiten Kampftag Boxen im Jungenfeldschen Garten gewinnt Friedel Hornberger seinen Kampf gegen Luckenbach (Gonsenheim) nach Punkten.

Der Strompreis wir von 50 auf 42 Pfg. gesenkt.

 

Mai 1951

Das Finther Ergebnis der Landtagswahl:

CDU 1 119

SPD 859

FDP 290

KPD 298

Block Heimatvertriebene

und Entrechtete 23

Zentrum 47

Die Fünf Nikols aus der Kunstkraftsportabteilung des Turnvereins treten wieder auf. Dies sind: Franz Sickenbeger (Zimmerer), Jakob Decker (Kraftfahrer), Ernst Nikolaus (Tüncher), Friedel Pfeifer (Autoschlosser), Franz Rehm (Zimmerer).

Das Nachrichtenblatt warnt vor hausierenden Zigeunerinnen.

Karl Ahr wird neuer Wassermeister in Finthen.

Die Gemeinde erwirbt aus der Konkursmasse der Firma Lapp das Anwesen Kirchgasse 27 für 3 800 Mark. (dort, wo heute das Feuerwehrhaus steht, 1951 befand sich dort die Gaststätte „Zum Kyffhäuser – genannt die Maus“).

Amtliche Mitteilung im Nachrichtenblatt von Gendarmeriemeister Dörrschuck:

„In letzter Zeit versuchten „allein reisende Damen“ welche den Besatzungstruppen gefolgt sind, Zimmer zu mieten oder in den Besitz von Schlafstellen zu kommen. Es werden dabei weit über die ortsübliche Taxe hinausgehende Preise geboten. Mit der Vermietung wird gewöhnlich die Bedingung eingeschlossen, dass auch Herrenbesuch empfangen werden darf. Ich warne hiermit jedermann vor solch sittlich nicht einwandfreien Vermietungen.“

 

Juni 1951

Drei Kinder haben die Zypressen an der Umzäunung der Gärtnerei Grossart in der Mühltalstraße in Brand gesetzt. Die Nachbarschaft löscht, drei Zypressen fallen den Flammen zum Opfer.

Die Markthalle hat eine Kühlanlage erhalten.

Der Vorstand der Fontana ist zurückgetreten. Neuer Vorsitzender wird Karl Veit.

Am 9. Juni boxt der Boxclub Neuhaus in Ingelheim gegen „eine amerikanische Negerstaffel“, die sich zurzeit auf Europafahrt befindet.

Am Sportplatz An der Steig wird links von der Treppe ein Häuschen errichtet, in dem sich die Spieler umziehen und „ wenigstens ihre Kleidungsstücke sicher und trocken bewahren können“. Das Geld für den Bau stammt aus Mitteln der Totoeinnahmen.

600 bis 800 amerikanische Soldaten werden mit Hubschraubern auf den Finther Flugplatz verlegt.

Die Strohhülsenfabrik Hochhaus feiert 75 Jahre. Karl Hochhaus ist 30 Jahre an der Spitze des Betriebes.

Willi Jünger, seit 1 Jahr Autor des Nachrichtenblattes, verabschiedet sich.

Das Rote Kreuz nimmt seine Arbeit in Finthen wieder auf und gründet sich am 23. Juni im Turnerheim neu.

 

Juli 1951

Die Boxabteilung Finthen des BV „Neuhaus“ schließt sich dem Turnverein an.

Das Finther Wasserwerk, das auch Drais, Klein-Winternheim und Marienborn versorgt, hat 1959 insgesamt 130 000 Kubikmeter Wasser gepumpt. Auf Finthen entfielen 50 000.

Die Löhne werden erhöht. Gemeindearbeiter erhalten nun 1,22 DM/Stunde, Gemeindehilfsarbeiter 1,06 DM/Stunde. Die Beschäftigten werden in eine Zusatzversorgungskasse aufgenommen, die die Gemeinde mit 2 184 DM im Jahr bezuschusst.

Zum Vergleich: 1 Pfund Butter kostet 1950 3 Mark, 1 Brot 0,80, 1 Tafel Schokolade 0,85 und die Küferei Rehm in der Neugasse 43 (Henry Dunat Straße) bietet eine Handwachmaschine aus Eichenholz für 160 Mark an.

Vom 27. bis 29, Juli findet das Deutsche Sängerbundfest in Mainz statt. Erwartet werden

10 000 Sänger und Sängerinnen, in Finthen werden etwa 400 Teilnehmer in Privatwohnungen einquartiert sein. Großkundgebung ist im Mainzer Bruchwegstadion mit Bundespräsident Prof. Heuß. Die Sängervereinigung Finthen als Mitglied hat 270 Quartiere für Teilnehmer gefunden. Am Samstag, 28. Juli, findet im Jungenfeldschen Garten ein „Rheinischer Abend“ mit diversen Sangesdarbeitungen statt. Die Bevölkerung wird aufgefordert ihre Häuser zu beflaggen.

Der Etat 1951 der Finther Gemeinde wird vom Gemeinderat verabschiedet. Das Gesamtvolumen beträgt 310 509 DM, in Einnahmen und Ausgaben ausgeglichen.

 

August 1951

Vom 12. Bis 14. August findet das 80jährige Jubiläum der Feuerwehr statt. Es gibt eine große Brandschutzübung an der Markthalle, einen Festkommers, einen Festzug mit 40 Wehren (Bahnhofstr. – Budenheimer – Feldberg – Borngasse – Taunusstraße Heidesheimer – Kirchgasse – Ludwigstraße – Neugasse – Mainzer – Bahnhof – Bieroth- Turner – Mainzer – Prunkgasse – Bahnhof Kirchgasse – Ludwigstraße- Adlergasse – Krone). Montags wird ein Kindertag mit Kinderfestzug, Kinderbelustigung und Rollschuhlaufwettbewerb in der Bierothstraße veranstaltet.

Schirmherr ist Landrat Rüsser.

„Schweinediebe am Werk“: „In der Nacht zum 3. August dringen Unbekannte in ein Anwesen der Feldbergstraße ein und stehlen aus einem fest verschlossenen Stall, das einem Arbeiter gehörende Ferkel.“

Erstmals ziert ein B die Artikel, also hat Albert Becker seinen Dienst aufgenommen.

Zitat Beckers zum Thema Besatzungstruppen: “Es geht nicht an, dass Kinder einzeln oder in Rudeln uniformierte Besatzungsangehörige um Schokolade und sonstige Gaben angehen…. Gewiss die angesprochenen Personenkreise sind allgemein kinderliebend, die jüngste Vergangenheit bewies häufig genug, dass sich unter jeder Herde Räudige befinden, die in ihrem krank- oder triebhaften Zustand selbst vor dem Äußersten nicht zurückschrecken.“

 

1951 Kerbebaum am Dalles

September 1951

Rektor Theo Schreiber schreibt über die Schulraumnot in Finthen. Durch Umbau wurde ein neuer Schulraum in der Ludwigstraße (Lambertstraße) gewonnen, aber das reiche bei weitem nicht für die 530 Kinder. Schulraumnot herrsche seit 30 Jahren. Die Klassenstärke in Rheinland-Pfalz liegt bei 45 Kindern, somit müsste Finthen 14 Klassenräume haben plus und einen Raum für Religion und einen für Handarbeiten, also insgesamt 16 Räume.

Stand: Es gibt 8 Schulsäle in den beiden eigentlichen Schulhäusern (Jungenschule an der Jungenfeldstraße, (späteres Postgebäude) Mädchenschule in der Ludwigstraße), einen Raum im alten Rathaus und einen im Wirtshaus Kyffhäuser. Elf Lehrer unterrichten hauptamtlich in zwei Schichten mit einer Wanderklasse. Der Unterrichtsbeginn ist 7 Uhr 30, der Handarbeitsunterricht findet nachmittags von 14 bis 16 Uhr statt.

Ein Turnsaal fehlt völlig, auch ein Lehrerzimmer ist nicht vorhanden.

Die Gemeinde hat schon Gelände hinter der Schule in der Ludwigstraße angekauft, ein Neubau dort wird auf 250 000 Mark geschätzt, was nur auf Kreditbasis mit entsprechenden Zuschüssen des Kreises oder Landes zu finanzieren sei.

Der Radfahrerverein unternimmt mit 35 Personen seine dritte Jahreswanderfahrt nach Kreuznach. Es wird dabei eine Stecke von rund 70 Kilometer geradelt.

Friedel Hornberger boxt als Gastboxer in Mainz. Hornberger boxt Schwergewicht und besiegt Thel aus Hanau.

Dr. Hafemann wird ehrenamtlicher Vertrauensmann für die Denkmalpflege in Finthen.

Die Finther Kerb ist wieder am Juxplatz mit einem Tischtennisball Lochspiel, Schiffschaukel und Zuckerstand.

Am 29. September feiert das Kloster der Schwestern der göttlichen Vorsehung sein 100jähriges Jubiläum. Die Ordensregeln lauten Armut, Keuschheit und Gehorsam und der Orden engagiert sich auf den Gebieten der Erziehung, der Lehrtätigkeit und der Krankenpflege nach Bischof Wilhelm Ketteler. Sie betreiben die erste „Kinnerschul“ (Kindergarten) in Finthen. Erste Oberin war Schwester Maria, eine geborene Freiin von LaRoche-Starkenfels aus dem Kloster Rappoltsweiler im Elsaß.

Fontana Finthen schlägt Ingelheim An der Steig 1:0 vor 700 Zuschauern.

Die Finther erhalten neue Personalausweise.

 

Oktober 1951

Der Reitplatz und die Kronenstraße werden gepflastert und mit Bürgersteigen versehen.

Wieder Boxkampf im Jungenfeldschen Garten gegen Bingen mit einer Niederlage der Finther Boxstaffel. Hornberger erreicht in drei Runden ein Remis.

 

November 1951

Der 10. November sieht wieder den ersten Martinszug in Finthen. Die Schulklassen gehen klassenweise mit, Laternen wurden in der Schule gebastelt.

Elektromeister Friedrich Becker hat eine „hochqualifizierte 20 Watt Lautsprecher – Verstärkeranlage beschafft, die Vereine bei ihm leihen können, „um bei Großveranstaltungen aller Art einwandfreie Übertragungen zu ermöglichen.“

Die Sängervereinigung gibt im ausverkauften Jungenfeldschen Garten ihr Jahreskonzert und im zweiten Teil die Operette „Faschingsliebe“

Tabakanpflanzer müssen Tabakpflanzensteuer zahlen. Für 101 bis 150 Pflanzen werden 6 Mark fällig, von 151 bis 200 Pflanzen sind 12 Mark zu zahlen.

 

Dezember 1951

Der 2. Weihnachtsmarkt findet am 01. und 02. Dezember im Jungenfeldschen Garten unter dem Motto „Kauft am Platze“ statt. Es gibt zwar mehr Aussteller, aber auch „mehr Sehleute als Kauflustige“, wie das Nachrichtenblatt berichtet. Tombolagewinne wie Gutscheine, Wolldecken, Taschenlampe, gibt es auf gezogene Kartennummern.

Auch die Schule veranstaltet eine Weihnachtsausstellung in der Krone und präsentiert die Handarbeitswerke von Schülern, die auch gekauft werden können. Mittags gibt es ein Konzert im Großen Saal und ein Krippenspiel.

Die Umgehungsstraße (B9) wird geplant von der Saarstraße rechts abbiegend bis Gemarkungsgrenze, dann über die Brücke quer durch den Wald, die Rheingoldruhe links liegen lassend über Gau Algesheim auf die jetzige B9 stoßend (Verlauf entspricht der heutigen A60). Die Gemarkung wird auf 2,2, km durchschnitten, das Nachrichtenblatt beklagt einen Geländeverlust von 15 bis 20 Morgen für die Finther Landwirte. Die Straße wird später so gebaut mit zwei Spuren und einem breiten Radweg von Heidesheim bis zur Saarstraße.

Fontana Finthen wird Herbstmeister in der Landesliga.

Zwei Knechte gewinnen bei Toto Schalbach auf einen 12er Tip 5 507 Mark.

Kurt Merkator


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