HEIMAT- UND GESCHICHTSVEREIN FINTHEN e.V.

 

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Heimat

Mehr als nur Wohnort

Das Wort Heimat, vom germanischen "haima", bezog sich ursprünglich auf den Wohnort der Menschen. Heute bedeutet "Heimat" mehr, als nur der reine Wohnort. Heimat ist auch ein Gefühl, ein Ort, an dem man sich geborgen und wohl fühlt, der Ort, an dem man aufgewachsen bin und seine Kindheit verbracht hat, kurzum ein Ort an den man sich heimisch fühlt. Das kann überall sein, denn Heimat ist für Jeden etwas Anderes und alleine deshalb so schwer zu fassen.Tatsächlich gibt es keine einheitliche Definition für Heimat. 

Für uns ist Finthen, seine Gemarkung und die nähere Umgebung, unsere Heimat, wir fühlen uns in Finthen, Mainz und ganz Rheinhessen heimisch. Und in diesem Sinne möchten wir hier heimatkundliche Artikel und Aufsätze vorstellen, die unter regionalem Bezug Themen wie Brauchtum, Erdkunde, Wirtschaftsgeschichte, Landwirtschaft und vieles mehr behandeln.

Januar 1950

Der Gemeinderat verabschiedet einen Ortsbauplan für mehr Wohnungen und Häuser. Darin enthalten: der Halbkreis von der Saarstraße zur Straßenbahnlinie, Borngasse – Heidesheimer Straße (Uhlerbornstraße) – Budenheimer Straße (Waldthausenstraße) mit anschließender Mühltalstraße. Dies soll die Wohnungsnot mildern, die noch durch die Zuweisung von „Flüchtlingen“ verstärkt wird, weitere Zuweisungen werden erwartet.

Zur Wohnsituation 1950: Laut Bürgermeisterei „sind in Finthen 728 Häuser mit 1 547 Wohnungen und (einschließlich Küchen und Abstellräumen) 4 271 Räumen erfasst. Pro Person ergibt diese Zahl einen Wohnflächendurchschnitt von rund 8 Quadratmeter“.

202 Wohnungssuchende sind bei der Gemeinde registriert,

Am 08. Januar wird auch der Turnverein 1872 im Turnerheim im Beisein von 100 Personen neu gegründet. Erster Vorsitzender wird Karl Ries. Auch die Handballabteilung, die Feldhandball auf dem Sportplatz „An der Steig“ spielt, wird neu belebt.

 

Februar 1950

Der Finther Carnevalverein veranstaltet die erste Fastnachtssitzung nach dem Krieg im Jungenfeldschen Garten. Mit dabei die Schoppesänger und Familie Knorzel. Vorsitzender des Carnevalvereins ist Karl Ries.

Die Radfahrer, die Feuerwehr und die Sängervereinigung veranstalten Maskenbälle mit närrischem Programm in der Krone und im Jungenfeldschen Garten.

Die Zwangsbewirtschaftung von Fleisch und Fett ist aufgehoben, es dürfen wieder Hausschlachtungen vorgenommen werden. Gendarmeriemeister Dörrschuck weist darauf hin, dass vor und nach der Schlachtung eine Beschau durch den Fleischbeschauer durchzuführen ist. „Verstöße werden unnachsichtlich geahndet werden“.

 

März 1950

Die Bäckerei Pfaff feiert ihr 50jähriges Jubiläum.

Der Sportplatz an der Steige wird für 10 Jahre an die Fontana verpachtet. Der Verein verpflichtet sich den Sportplatz zu unterhalten und zu pflegen.

Der Gemeinderat beschließt den Ausbau der verlängerten Mühltalstraße.

Die Gendarmerie warnt vor Falschgeldnoten, in der Hauptsache 5 DM und 100 DM Scheine, die im Umlauf sind. Die Geschäftsleute werden darauf hingewiesen, dass bei Personen, die mit 100 DM Noten zahlen, der Name des Ausgebers und die Nummer des Geldscheins festzuhalten ist.

Eine Statistik des Finther Standesbeamten zeigt, dass die Geburten in Finthen stark ansteigen. Waren es 1948 noch 48 Geburten, sind es in 1949 schon 77. Die Zahl der männlichen Geburten überwiegt.

Der Bürgermeister fordert die Landwirte auf „umgehend ihr noch verfügbares Brotgetreide (Roggen und Weizen) bei der Mühle Hochhaus zur Ablieferung zu bringen.“

 

April 1950

Der Radfahrverein veranstaltet am Ostermontag das Straßenrennen „Rund um das Hessendenkmal“. Gemeldet haben 32 Fahrer. Es werden 8 Runden (60 km) von Finthen (Basis: Touristenheim in der Bahnhofstraße)- Königsborn – Lenneberg - Gonsenheim - Finthen gefahren.

Am Nachmittagist in der Bierothstraße ein Langsamfahren geplant, das aber wegen starken Regens ausfällt.

Beim Langsamfahren müssen die Fahrer eine Strecke von 50 Meter so langsam als möglich befahren ohne mit den Füßen den Boden zu berühren. Wer am längsten braucht, ist Sieger.

Am Abend findet ein Saalsportfest mit Ball in der Krone statt.

Das Nachrichtenblatt plädiert dafür die Bahnhofstraße in Hauptstraße umzubenennen. Grund sei der einer Gemeinde wie Finthen mehr als unwürdige Bahnhof. (gemeint ist die Endhaltestelle der Linie 11)

Bürgermeister Hach informiert den Gemeinderat, dass der Gemeinde, „die 14 000 Mark, die sie für den Ausbau des Layenhofs aufgewandt hat, wieder zurückvergütet“ werden.

 

Mai 1950

Der Reiterverein wird in der Wirtschaft Stein neu gegründet. 1. Vorsitzender: Philipp Weil.

Die von Geldknappheit geplagte Gemeinde beschließt, die noch verwendbaren Steine nach der Neupflasterung der Mainzer Straße zu verwenden, um schadhafte Stellen der Prunkgasse zu pflastern.

Die Gemeinde hat einen neuen Gemeindebullen angeschafft, dessen Haltung Alois Wollstädter übernimmt.

Der Touristenverein Wanderlust hat sich im Touristenheim (in der unteren Bahnhofstraße) neu gegründet. Jakob Weil ist Vorsitzender, Willi Pfeifer Stellvertreter.

Anturnen des Turnvereins auf dem Turnplatz in der Turnerstraße. Der eingezäunte Turnplatz war da, wo heute der Parkplatz des Bürgerhauses ist. Er hatte eine kleine Laufbahn, eine Sprunggrube, Kugelstoßkreis, eine Reckstange und ein kleines Gerätehaus. Zu Beginn der Saison gab es ein Anturnen, zum Ende ein Abturnen. Im Winter wurde im Nebenraum des Turnerheims geturnt.

Alle Kartoffelanbauer werden aufgefordert mit der Bekämpfung des Kartoffelkäfers zu beginnen. Hortex wird als das ideale Mittel dagegen empfohlen.

 

Juni 1950

Der Baugenossenschaft ist es gelungen die Äcker entlang der Mühltalstraße anzukaufen und somit Baugelände für 13 Häuser zu schaffen. Der Bedarf ist groß durch Flüchtlinge und Ausgebombte Mainzer. Die Gemeinde hat 202 Wohnungssuchende registriert, bevorzugt werden sollen Spätheimkehrer und kinderreiche Familien.

Die VfL Fontana hat eine eigene Schachabteilung, die sich freitags zum Schachspiel im Cafe Hochhaus in der Mühltalstraße trifft. Am 02. Juni wird das erste öffentliche Schachturnier durchgeführt.

Die Drogerie Darmstadt in der Kirchgasse inseriert: „Frauen um 40 müssen besonders auf ihre schlanke Linie achten. Sie gebrauchen deshalb „Frauenzauber, die silbernen Schlankheits- Dragees, auch bei kurmäßigem Gebrauch völlig unschädlich“.

Zur Finther Spargelkerb am 18. Juni spielen im Jungenfeldschen Garten die „Finther Buwe“ zum Tanz auf.

Für die Finther Opel Arbeiter fährt täglich um 6 Uhr 10 ab Rathaus ein Omnibus zur Normalschicht ins Opelwerk.

Ab 1. Juli fährt von den Haltestellen Turnerheim und Markthalle sechsmal am Tag ein Bus nach Mainz bis Münsterplatz.

Der Preis für Sauerkirchen, Hauptanbauprodukt der Finther Landwirte, ist eingebrochen.

 

Juli 1950.

Die Gemeinde gibt den Posten des Nachtwächters auf.

Der Gemeinderat beschließt zwischen Feldbergstraße und Borngasse 2 „Flüchtlingshäuser“ mit 12 Wohnungen zu errichten.

Der Landrat (die Zuweisung von Flüchtlingen ist Sache des Kreises) richtet „an alle Einwohner die herzliche Bitte, alle entbehrlichen Möbel- und Haushaltsgegenstände für die Heimatvertriebenen zur Verfügung zu stellen.“

In den Amtlichen Bekanntmachungen wird darauf hingewiesen, dass Landwirte „illegal eingewanderte Arbeitskräfte ohne die erforderliche Genehmigung des Arbeitsamtes nicht einstellen dürfen…Viele dieser Personen haben angeblich die russische Besatzungszone verlassen und sind nicht im Auffanglager Ülzen oder Gießen registriert worden. Diese unter Umgehung der gesetzlichen Vorschriften eingestellten Arbeitskräfte nehmen den Einheimischen und den Heimatvertriebenen die Arbeitsplätze weg, zudem oftmals untertarifliche Löhne gezahlt und keine Sozialversicherungsbeiträge entrichtet werden.“

Gendarmerie Wachtmeister Dörrschuck meldet: „In letzter Zeit konnte häufig die Beobachtung gemacht werden, daß an den neu verausgabten 5 DM Scheinen Veränderungen vorgenommen wurden. Man bemalt die Frauensperson auf diesen Scheinen mit Büstenhaltern, einer Brille und sonstigem Unfug. Die Banken haben strenge Anweisung erhalten, diese bemalten Geldscheine als ungültig zurückzuweisen. Somit mache ich die Geschäftswelt meines Bezirkes darauf aufmerksam, achtet auf solche Geldscheine, weist sie als ungültig zurück, mögen sie in die Narrenhände zurückgehen, die da beschmieren Tür und Wände.“

Wachtmeister Dörrschuck macht auch die Ladenbesitzer letztmals darauf aufmerksam, die Ladenschlußzeiten von 7 bis 19 Uhr genauestens einzuhalten. An Sonn- und Feiertagen ist ein Verkauf überhaupt nicht gestattet. „Als Diener dieses Staates habe ich den bestehenden Gesetzen Nachdruck zu verleihen. Dieserhalb kann ich nicht umhin, durch strenge Kontrollen, sowohl Verkäufer als auch Käufer, in die Schranken der Gesetzmäßigkeit zu verweisen. Daß dies nicht ohne Bestrafung abgeht, dürfte nur allzu verständlich sein.“

Der Eingang zu den Adler Lichtspielen wird in die Ober Olmer Straße (Am Elmerberg) verlegt. Der bisherige Ausgang zur Mainzer Straße (Flugplatzstraße) sei wegen des wachsenden Fahrzeugaufkommens zu gefährlich.

 

1950 Festzug 50 Jahre AGV 1950 hier Touristenverein Wanderlust. Quelle: Kurt Merkator / HGV-Archiv

August 1950

Der Arbeitergesangverein feiert vom 12. bis 14. August sein 50jähriges Jubiläum, das erste große Vereinsfest nach dem Krieg. Das Nachrichtenblatt appelliert an die Finther die Häuser zu schmücken und so „die These zu zerstören, der bürgerliche Teil von Finthen habe ein Vorurteil gegen den Verein“. Meinungen von Einzelnen dürfe man nicht auf den Verein übertragen.

Ganz Finthen ist auf den Beinen. Es gibt einen Kommers, eine feierliche Fahnenweihe mit den Festjungfrauen (die Nationalsozialisten hatten das gesamte Vermögen des Vereins vernichtet, die Fahne und das Klavier verbrannt), einen Festzug und ein großes Brillant Feuerwerk auf dem Bahnhofsgelände.

Das Nachrichtenblatt druckt anläßlich dieses Festes erstmals im Lokalteil Fotos ab. Fazit des Blattes: „Es war ein glänzendes Fest, bei dem nicht das Tüpfelchen auf dem i fehlte.“

Der Bau der Genossenschaftshäuser in der Mühltalstraße geht voran. Alle Arbeiten werden soweit möglich von Mitgliedern der Baugenossenschaft ausgeführt. In der Feldberstraße werden zwei Häuser für Flüchtlinge gebaut (vorne Richtung Waldthausenstraße)

Die Obstverwertungs- Genossenschaft Finthen wird verschmolzen mit den Genossenschaften in Drais, Essenheim, Klein Winternheim, Marienborn und Nieder Olm.

Aus dem Polizeibericht: „Anwohner der Feldbergstraße führen Beschwerde darüber, daß Kinder mit Schleudern allerhand Unfug treiben. Desgleichen wird auch durch das unsinnige Fußballspiel in den Ortsstraßen durch diese Kinder laufend Sachbeschädigung begangen. Ich weise darauf hin, daß die Erziehungsberechtigten oder Vormünder solcher Kinder, die den Schaden verursacht haben, für die Behebung des Schadens aufzukommen haben. Sofern hier Schwierigkeiten entstehen sollten, fordere ich die Beteiligten auf zwecks Erhebung einer Strafanzeige gegen die Schuldigen vorstellig zu werden.“

 

September 1950

Es ist wieder Kerb vom Dalles zum Juxplatz. Der Kerbebaum steht auf der Straße vor dem Jungenfeldschen Haus, die Stände die Jungenfeldstraße hinunter und auf dem Platz vor dem Jungenfeldschen Garten.

Es gibt Leberklößessen am Dienstag in fast allen Lokalen und Tanz in der Krone und im Jungenfeldschen Garten. Die Schulkinder haben wie immer an Kerb den Montag schulfrei.

Fontana Finthen, Landesligist, beginnt die Saison mit einem Auswärtsspiel bei der Spvg. Idar, das verloren geht. „Die Mannschaft war so zahm wie ein Schoßhündchen, mit solcher Leistung können keine Tore geschossen werden.“ (im Nachrichtenblatt vom 8. September steht ein ausführlicher Bericht über das Spiel, nur das Endergebnis fehlt).

Das zweite Spiel, eine Woche später in Oppenheim wird mit 1:0 gewonnen.

De „Hortig unn sei Gretche“, ein altes Finther Paar, gewinnen bei der Süddeutschen Klassenlotterie 40 000 Mark. Zitat: „De Hortig unn sei Gretche haben zum zweiten Mail den Haupttreffer bei der Ziehung der Süddeutschen Klassenlotterie gewonnen. Sie konnten ihr Glück nicht glauben, obwohl Hortig sicher war, dass sie nochmals gewinnen.“

Schuljahresbeginn ist nun an Ostern, die Schulzeit 8 Jahre. Die Beschaffung der Bücher, Hefte, Atlanten usw. ist Aufgabe der Eltern. Nur für Fälle besonderer Bedürftigkeit stehen bescheidene Beträge aus Mitteln der Gemeinde und des Schulhilfswerks bereit.

22 von 40 Finthern, die in US Gefangenschaft waren, versammeln sich im Turnerheim und verfassen eine Protestresolution an die Bundesregierung. Bundeskanzler Adenauer wird aufgefordert, die von den USA für ehemalige PWs (prisoner of war) zur Verfügung gestellten 300 Millionen Dollar zur Einzelauszahlung zu bringen, was die Bundesregierung verweigert.

 

Oktober 1950

Der Gemeinderat vergibt die Gemeindejagd (1 000 ha) für jährlich 500 DM an Eduard Möbius (Inhaber Glas Christ in Mainz), Ludwig Hochhaus, Albert Müller und Nikolaus Heidig. Dies sei der erste Schritt, nun werden die Finther Jäger auch Gewehre beschaffen. (die alten Gewehre waren von der französischen Besatzungsmacht beschlagnahmt worden)

Im Turnerheim wird der Verein für Handwerk, Handel und Gewerbe gegründet. Vorsitz: Jakob Bieroth, dabei Thomas Reichert, Heinrich Darmstadt, Ludwig Weil (Drucker), Peter Josef Schmitt, Schneider Ludwig Heeb und Gastwirt Albert Müller (Jungenfeldscher Garten).

Erste Pläne des neuen Gewerbevereins: Kampf für einen niedrigeren Strompreis und die Abhaltung eines Weihnachtsmarktes in Finthen.

Der Arbeitergesangverein führt im Jungenfeldschen Garten die Operette „Lolott“ von Georg Mielke auf, Eintritt 1,50 DM. Unter Spielleiter Karl Bernhard und Kapellleiter Datz spielen 42 Personen in dem Stück.

 

November 1950

Die neue Müllsatzung sieht vor, dass alle Haushalte verpflichtet sind, ihren Müll in eigenen, abgedeckten Behältern (max. 30 kg) an den Gehöfteingängen bereitzustellen. §2: „Unter Müll sind die im Haushaltsich ergebenden nicht flüssigen Abfälle wie Asche, Glas, Konservendosen, Porzellan und Steingutbruch, Papierreste, Schornsteinruß usw. zu verstehen. Gartenabfälle, Bauschutt und Holz sind nicht als Müll zu betrachten.“

Abfuhr wöchentlich. Abgefahren und zum Schuttabladeplatz gebracht wird der Müll mit einem Pferdefuhrwerk.

Kosten 3 Mark/Jahr und Haushalt.

Der Öffentliche Schuttabladeplatz ist die Grube der früheren Backsteinbrennerei Schütz am Katzenberg. Etwa da, dort wo heute der Supermarkt ist.

Die katholischen Jungmänner führen in der Krone, begleitet von der Kirchenmusik unter der Leitung von Walter Wald, das biblische Schauspiel in vier Aufzügen „David“ auf.

Das Nachrichtenblatt klagt über „die mangelhafte und nur zu oft unterbrochene Stromzufuhr in Finthen“, die sich in stundenlangen Stromausfällen äußert und den mit 50 Pfg./Kilowattstunde viel zu hohen Strompreis. Gefordert wird ein Wechsel des Stromzulieferers von den Mainzer Stadtwerken zum Wormser Überlandwerk. Die Stadtwerke führen die Ausfälle auf einen Kabelschaden aus Mainz zurück, der mittlerweile behoben sei.

Geklagt wird im Blatt auch über unhaltbare Zustände an der „Straße“ am Reitplatz. Die Straße ist unbefestigt hat Löcher, Pfützen und keinerlei Beleuchtung.

Dazu passt: „Der Inhaber des „Turnerheims“, Philipp Schmitt, ist mit seinem Fuhrwerk in der Bahnhofstraße (Poststraße) so schwer verunglückt, daß er mit einem Beinbruch, mehreren Rippenbrüchen sowie Hautabschürfungen in das Städtische Krankenhaus eingeliefert wurde.“

Der FCV eröffnet am 11.11. im Jungenfeldschen Garten die Kampagne und setzt den Vorstand des „Närrischen Parlaments“ ins Amt. Dies sind: Willi Schmitt (Spielwarenkanone), Johann Andres (Hundedresseur), Hans Silz (Fallobstverwerter), Reinhold Silz (Flitterwochenjongleur), Philipp Herbert (Heldentenor), Thomas Reichert (Großhandelskapitalist), Engelbert Simon (Vermessungsspezialist), Peter Hefner (Büchsenfüller), Karl Ries (Wiederaufbauminister), Ludwig Hochhaus (Apfelsaftfabrikant) und Ludwig Ries (Opelaktionär).

Die Sängervereinigung führt im Jungenfeldschen Garten die Operette „Das Fischermädel von Helgoland“ auf. Darsteller: Engelbert Simon, Hans Binnefeld als Mister Plim Plim und das „As der Finther Humoristen“ Willi Brandmüller als jugendlicher Held. Anschließend Ball. Eintritt zum Konzert 1,50 DM, zum Ball, 1,- DM.

 

Dezember 1950

Am 02. und 03. Dezember findet der geplante Weihnachtsmarkt mit 19 Finther Fachgeschäften im Jungenfeldschen Garten statt. 2 000 Besucher kommen und zwar „nicht nur Sehleute, es wurde auch vieles gekauft“. Es gibt eine Tombola.

Auf dem Rathausplatz in der Ortsmitte steht eine lichtergeschmückte Christtanne.

Im Gemeinderat wird diskutiert, ob der Schlüssel zum Spritzenhaus (das war damals noch in der Bierothstraße) wie üblich bei „Bäwwelches“ (Turnerheim) liegen soll oder in der Ortsverwaltung aufbewahrt werden soll.

Für die 70 Heimatvertriebenen veranstalten Gemeinde und Kirche im Gasthaus Stein eine Weihnachtsfeier mit Geschenken.

Der Turnverein führt nach 12 Jahren Pause am 2. Weihnachtsfeiertag im Jungenfeldschen Garten wieder ein Weihnachtskonzert auf. Nach Turnübungen tritt im ersten Teil die neu gegründete 30-köpfige Gesangsabteilung unter der „Leitung des hoffnungsvollen Finther Dirigenten Peter Hefner“ auf. Im zweiten Teil wird das musikalisch begleitete lustige Volksstück „Vroni, die Wildkatz“ aufgeführt. Zum Abschluß spielen die „Kolibries“ zum Tanz auf.

 

Kurt Merkator


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